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Haupttitel der Werkausgabe 1730
posthumes Böhme-Portrait um 1730 Logo-neu1
Clavis

Zum Ende seines Schreibens werden Böhmes Schriften formalistischer, besonders die kurzen Traktate bemühen sich um einführenden Charakter, um Übersicht, Ordnung und sind gleichsam ein Aufräumen zuvor ekstatisch erlebter und notierter Erkenntnisse. Kaum zu glauben, dass der Autor der „Aurora“ und der Verfasser der ersten Abschnitte des „Clavis“ oder der „Tabula“ derselbe Schreiber sein sollen!
 
Die Kapitel 1 bis 10 des Clavis enthalten Wiederholungen und brauchbare Begriffserklärungen zu den Hauptelementen seiner Lehre. Kapitel 14 bis 17 stammen ausdrücklich nicht von Jacob Böhme selbst, sondern von Freunden, Gönnern und Beschützern wie Johann Sigmund von Schweinichen, Balthasar Walther und Friedrich Krause.

Böhme weiß, vor welchen Problemen ein Leser seiner Schriften stehen kann, wenn er über ihn einleitend im Clavis sagt:

„Wenn er solche Schriften lieset, und aber nicht verstehen kann, so soll er sie nicht balde wegwerfen, und für unmöglich achten zu verstehen, er soll sein Gemüth zu GOtt wenden, und Ihn um Gnade und Verstand bitten, und wieder lesen, so wird er schon mehr darinnen sehen (…)“ (Nr.5)

Dieser Passus besagt, dass die unbedingte Rezeptionsvoraussetzung seiner Werke, nämlich höhere Gnade, Begriffsregister und derlei profane Lesehilfen eigentlich nicht nötig hätte; dennoch schien die Nachfrage einiger gutmeinender aber ratloser unter seinen Lesern ihn überzeugt zu haben,

„daß es in iedem Seculo noth und bedürthig ist, die verwirrete Zungen und Meinungen wieder auf den Grund zu setzen (…) Ich will aber eine kurtze Erklärung Göttlicher Offenbarung schreiben, so viel ich in der Enge begreifen mag, und die fremden Wörter erklären zu mehrerer Verständniß der andern Bücher, und eine Summam dieser Schriften (…) darstellen.“ (Nr. 8f)


Selbstverständlich findet die Qualitätenlehre Böhmes ausführliche Erklärungen; nebenstehend das Schaubild.

Umfang: 45 Seiten, Sämtl. Schriften Band 9.
Überliefert in mehreren Abschriften. Zur Zeit beste Ausgabe: Jacob Böhme: Sämtliche Schriften. Herausgegeben von Will-Erich Peuckert/August Faust. Faksimile-Neudruck der Ausgabe von 1730. Neunter Band. Stuttgart: Friedrich Frommanns Verlag, 1956.

 

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